Europarat
Erlasse
Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK):
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)
Zur Konvention
Obwohl
das Verbot der Diskriminierung in Art. 14 EMRK das Merkmal der
Behinderung nicht ausdrücklich erwähnt, anerkennt der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), dass behinderte Menschen dadurch
auch geschützt werden. Sie enthält zudem weitere wichtige Garantien,
welche auch für Menschen mit Behinderung von Bedeutung sein können.
Diese Konvention wurde von der Schweiz ratifiziert und kann somit von
Menschen mit Behinderung vor Schweizer Gerichten und letztinstanzlich in
Strassburg vor dem (EGMR) geltend gemacht werden.
Resolutionen und Empfehlungen:
Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Resolutionen und Empfehlungen des Europarates im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderung. Die jeweiligen Texte finden Sie auf der offiziellen Website des Europarates.
- Empfehlung des Ministerkomitees des Europarates "On deinstitutionalisation and community living of children with disabilities" vom 3. Februar 2010, CM/Rec(2010)2
- "L'éducation et l'intégration sociale des enfants et des jeunes atteints de troubles du spectre autistique", Empfehlung des Ministerkomitees des Europarates vom 21. Oktober 2009, CM/Rec(2009)9
- "L'éducation et l'intégration sociale des enfants et des jeunes atteints de troubles du spectre autistique", Resolution des Ministerkomitees des Europarates vom 12. Dezember 2007, ResAP(2007)4
- "Parvenir à la pleine participation grâce à la conception universelle", Resolution ResAP(2007)3 des Ministerkomitees des Europarates vom 12. Dezember 2007
- Plan d’action du Conseil de l’Europe pour la promotion des droits et de la pleine participation des personnes handicapées à la société : améliorer la qualité de vie des personnes handicapées en Europe 2006-2015, Empfehlung Rec(2006)5 des Ministerkomitees des Europarates vom 5. April 2006 (auf Französisch)
- Protection des adultes et enfants handicapés contre les abus, Resolution ResAP(2005)1 des Ministerkomitees des Europarates vom 2. Februar 2005 (auf Französisch)
- Protection des langues des signes dans les Etats membres du Conseil de l’Europe, Empfehlung 1598 (2003) der parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 1. April 2003 (auf Französisch)
- Vers la pleine intégration sociale des personnes handicapées, Empfehlung 1592 (2003) der parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 29. Januar 2003 (auf Französisch)
- "Vers une pleine citoyenneté des personnes handicapées grâce à de nouvelles technologies intégratives", Resolution ResAP(2001)3 des Ministerkomitees des Europarates vom 24. Oktober 2001 (auf Französisch)
- "L’introduction des principes de conception universelle dans les programmes de formation de l’ensemble des professions travaillant dans le domaine de l’environnement bâti", Resolution ResAP (2001) 1 des Ministerkomitees des Europarates vom 15. Februar 2001 („Résolution de Tomar“) (auf Französisch)
- Revidierte europäische Sozialcharta, 1996, Art. 15 (auf Französisch)
- "Charte sur l’évaluation professionnelle des personnes handicapées", Resolution AP (95) 3 des Ministerkomitees des Europarates vom 12. Oktober 1995 (auf Französisch)
- "Une politique cohérente pour les personnes handicapées", Empfehlung R (92) 6 des Ministerkomitees des Europarates vom 9. April 1992 (auf Französisch)
Entscheide des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
Im Folgenden finden Sie eine nicht abschliessende Liste von Entscheiden, in welchen sich der EGMR mit der spezifischen Frage der Rechte von Menschen mit Behinderung auseinandersetzte. Weitere Entscheide finden Sie auf der offiziellen Website des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (in englisch).
Glor v.Switzerland vom 30. April 2009 (13444/04)
Verletzung von Art. 14 i.V.m. Art. 8 EGMR wegen diskriminierender Regelung bei der Pflicht zur Militärersatzabgabe.
X. and Y. v. the Netherlands vom 26. März 1985 (8978/80)
Verletzung von Art. 8 EMRK (Schutz des Privat- und Familienlebens) durch mangelnden Schutz von Menschen mit einer geistigen Behinderung im Strafprozessrecht.
Nasri v. France vom 13. Juli 1995 (19465/92)
Rechte von Menschen mit Behinderung (konkret: Gehörlosigkeit und geistige Behinderung) bei der Frage der Auslieferung (Art. 8 EMRK).
D. v. the United Kingdom vom 2. Mai 1997 (30240/96)
Rechte von Menschen mit Behinderung (konkret: Person mit AIDS) im Rahmen eines Auslieferungsverfahrens (Art. 3 EMRK).
Botta v. Italy vom 24. Februar 1998 (153/1996/772/973)
Rollstuhlfahrer kann die Badeanlagen an einem Ferienort an der italienischen Küste nicht brauchen. EGMR lehnt Beschwerde ab, bejaht aber, dass Art. 14 EMRK auch Menschen mit Behinderung schützt.
Price v. the United Kingdom vom 10. Juli 2001 (33394/96)
Zur Frage der Haftbedingungen bei Menschen mit Behinderung (Art. 3 EMRK).
Farbtuhs v. Latvia vom 2. Dezember 2004 (4672/02)
Zur Frage der Haftbedingungen bei Menschen mit Behinderung (Art. 3 EMRK).
Shtukaturov v. Russia vom 27. März 2008 (44009/05)
Verletzung des Rechts auf Schutz des Privat- und Familienlebens durch eine Gesetzgebung, welche die Frage der Urteilsunfähigkeit zu pauschal regelt (Art. 8 EMRK).
Hintergrundinformationen
- Themenseite betreffend Menschen mit Behinderung
- Spezielle Website zur Integration von Menschen mit Behinderung (in englischer Sprache)

