Fälle aus der Praxis zum Thema Kommunikation

Égalité Handicap behandelt immer wieder Fälle im Zusammenhang mit Benachteiligungen bei der Kommunikation mit Menschen mit Behinderung. Von besonderer Bedeutung sind einerseits regelmässige Verweigerungen von Behörden, im Rahmen von Gesprächen mit gehörlosen Menschen den Gebärdendolmetschdienst zu finanzieren. Zudem werden wir immer wieder mit schlecht zugänglichen Internetseiten und staatlichen Informationen konfrontiert.

Die folgenden Beispiele aus der Beratungspraxis von der Fachstelle Égalité Handicap geben Ihnen einen Einblick in die Problemfelder, mit denen Menschen mit Behinderung konfrontiert sind und wie den Betroffenen geholfen werden kann.

Beispiel 1 - Unprofessioneller Gebärdendolmetscher:

Ein gehörloses Paar muss vor Gericht. Die Qualität des Gebärdendolmetschers ist aufgrund der fehlenden professionellen Ausbildung äusserst mangelhaft. Trotz Reklamation weigert sich das Gericht, eine professionelle Fachkraft zu bestellen...

Beispiel 2 - Sozialdienst verweigert Kostenübernahme:

Ein hörbehindertes Ehepaar wird vom Sozialdienst unterstützt und trifft sich regelmässig zu Gesprächen mit der Sachbearbeiterin. Der Sozialdienst weigert sich, die anfallenden Dolmetschkosten zu übernehmen...

Beispiel 3 - Elektronische Steuererklärung nicht zugänglich:

Aufgrund der verwendeten Software ist in bestimmten Kantonen der hindernisfreie Zugang zur elektronischen Steuererklärung nicht gewährleistet. Trotz Reklamationen kommt es teilweise zu Widerständen seitens der Behörden...

Beispiel 4 - unentgeltliche Prozessführung ohne Gebärdendolmetscher:

Einem gehörlosen Mann wird im Rahmen der unentgeltichen Prozessführung verweigert, die Kosten für die Gebärdendolmethscer bei Gerichtsverhandlungen und Terminen mit dem Anwalt zu übernehmen...

Beispiel 5 - Teilnahme an Abstimmung unter unwürdigen Bedingungen:

Eine Frau kann wegen ihrer Körperbehinderung nicht an der anstehenden Gemeindeversammlung teilnehmen. Trotzdem verweigern ihr die Behörden, brieflich abzustimmen. Sie könne aber im Spitalbett an der Versammlung teilnehmen...

Beispiel 6 - Elektronischer Stadtanzeiger kostenpflichtig:

Herr Reber (Name geändert) ist blind und kann den Stadtanzeiger seiner Gemeinde nur in seiner elektronischen Version lesen. Dieser ist jedoch im Gegensatz zur Zeitungsversion kostenpflichtig...

Beispiel 7 - Öffentliches Spital und Gebärdensprachdolmetscherkosten:

Ein 14jähriger Bub will, dass seine gehörlose Mutter bei den Arztgesprächen betreffend seiner schweren körperlichen Erkrankung dabei ist, um ihn zu un-terstützen. Das Spital weigert sich, die Kosten welche zur Übersetzung der In-formation durch die Ärzte in die Gebärdensprache entstehen, zu übernehmen...

design konzept: cobin media php code: ibrows